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UdL Digital Talk mit Philipp Rösler und Philipp Hermann

Heute waren wir bei dem UdL Talk im base_camp. Thema: Können Startups Deutschlands neuer Wirtschaftsmotor werden?

Philipp Hermann von etventures Seed Investments diskutiert mit unserem Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler die Frage: Werden Startups Deutschland zu neuem Wirtschaftswachstum verhelfen und somit unser neues Wirtschaftswunder werden? Geleitet wird die Diskussion von Moderator und Journalist Cherno Jobatey.

Phillipp Hermann vertrat insbesondere den Standpunkt, dass die deutsche Startup Kultur insofern der amerikanischen noch in einigen Punkte nachstehe, als dass hier eine gesunde “Kultur des Scheiterns” fehle. Das “kulturelle Stigma des Scheiterns” sei in der deutschen, von Karriere- und Bildungserfolg geprägten Gesellschaft noch viel zu stark und behindere eine kreative und produktive Gründerkultur.

Außerdem werde das Thema Gründung viel zu spät an die Hochschul- oder Schulabsolventen herangetragen.Für eine lebendige und zuversichtliche Startup Kultur braucht es Vorbilder, die einen mutigen und handlungswilligen Spirit vorleben. Den Neu-Gründern müssen zudem Möglichkeiten geschaffen werden, sich mit diesen Vorbildern zu verbinden.

Rösler und Hermann sind sich einig, dass die deutsche Gründerkultur frischen Wind braucht. Während aber Hermann eine deutliche Relativierung der gesellschaftlichen Normen zur Messung von Erfolg fordert und für eine “Shake of Mentalität” plädiert, entgegnet Rösler, dass das Problem auch bei den Banken und Förderern liege, die eben doch dazu neigen bei vorherigen Misserfolgen “den Kopf zu schütteln”. Laut Hermann ist es in Amerika zum Teil genau anders herum: Wer dort nicht von sich behaupten kann, im Leben schon einmal auf die Nase gefallen zu sein UND daraus gelernt zu haben, dem werden weniger Erfolgschancen zugesprochen. Schlicht und ergreifend, weil vorheriges Scheitern und der professionelle Umgang mit Fehlschlägen ein Indikator dafür ist, dass der Gründer künftige Projekte auch sicherer durch Krisen führen kann.

Cherno Jobatey versuchte in diesem Zusammenhang mehrfach Herrn Rösler eine klare Aussage bzgl. einer möglichen Senkung der Fristen bei Insolvenzen zu entlocken. Damit könne ein Signal für eine tollerantere Kultur des Scheiterns geschaffen werden. – Leider drückte sich der Bundeswirtschaftsminister vor einer verbindlichen Antwort. Rösler befürchtet, dass bei einer zu niedrigen Insolvenzzeit Scheitern zu einem “Geschäftsmodell” werden könnte.

Die anschließenden Fragen aus dem Publikum sind zum Teil sehr kritisch. Beide, Philipp Hermann und Philipp Rösler, nehmen sich viel Zeit für die Beantwortung der Fragen. Abschließend konnte in lockerer Runde genetzwerkt werden.

Mit mir war außerdem auch Katja Andes vom Ideacamp Team dabei. Sowohl das Ideacamp als auch etventures Seed Investments verfolgen und lehren den Lean-Start-Up-Ansatz. Ein super Tipp für jeden, der schnell, schlank und direkt an den Bedürfnissen des Marktes gründen möchte, ohne viel Geld in die Hand zu nehmen. Der ECOcompass wird übrigens auch nach diesem Prinzip aufgebaut!

 

Und hier ein paar Bilder des Abends:

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